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Ärzte

So, ich muss das jetzt mal loswerden...

Ich höre ja so einiges von meinen Patienten, aber in letzter Zeit häufen sich die Aussagen über Ärzte, dass diese emotionale Eisklötze seien.

Beispiele gefällig? Bitteschön.

Meine Patientin geht zur Mammographie und bekommt auch noch Ultraschall gemacht, dann sagt ihr der Arzt einfach so, sie hätte einen böshartigen Knoten - und lässt sie damit allein stehen. Am Freitag!

Zum einen hätte er als Radiologie überhaupt keine konkreten Angaben darüber machen können (dafür gibt's schließlich noch die Biopsie zur Klärung), und zum anderen fand ich den Umgang mit meiner Patientin grauenhaft. Er hätte genausogut sagen können: "Morgen werden sie sterben. Ein schönes Wochenende noch."

Geht's noch?

Eine andere Patientin litt bereits in frühen Jahren unter starken Rheumabeschwerden (die bis dahin noch nicht diagnostiziert waren) und war als 19-Jährige zur Untersuchung im Krankenhaus. Der Arzt kam zu ihr ins Zimmer, sie war noch gar nicht richtig wach, und sagt ihr, sie könnte Leukämie haben. Und verschwindet wieder!

Gleiches Problem. Wie kann ein Arzt seinen Patienten mit so einer Hiobsbotschaft einfach im Stich lassen? Wäre es nicht angebracht, sich wenigstens nach dem Befinden zu erkundigen? Nachzuhaken, ob der Patient Fragen dazu hat?

Eine weitere Patientin wollte ein Folgerezept für Krankengymnastik von ihrem Arzt (sie hatte sich das Handgelenk gebrochen) und der Arzt meinte, sie (und ich als ihre Therapeutin) wäre sehr optimistisch. Sie müsse doch damit rechnen, dass die Hand so bleibt (mit schmerzhaften Bewegungseinschränkungen).

Als nächsten fragte er sie doch ernsthaft, ob sie einen Vertrag mit uns hätte und sie Provision bekäme, wenn sie uns ein neues Rezept bringt! Hallo?  Dazu fällt mir dann echt nichts mehr ein...

Liegt das an den Krankenkassen und den knappen Geldern, dass die Ärzte zu wenig Zeit für ihre Patienten haben, ihnen keine Heilmittelverordnungen ausstellen und kaum noch ein Wort mit ihnen wechseln? Oder sind sie schon so abgestumpft und haben sich hinter ihrer emotionalen Mauer verbarrikadiert, dass es ihnen egal ist?

Sicher gibt es auch gegenteilige Beispiele für Ärzte, die sich voll und ganz für ihre Patienten einsetzen (und ich möchte hier kein Urteil über alle fällen), aber ich stelle immer öfter fest, dass diese scheinbar eine Minderheit sind.

Habt ihr ähnliches erlebt? Habt ihr Gegenbeweise? Schreibt mir. Ich würde es wirklich gern wissen.

26.7.10 20:44

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